Wie du trotz Lipödem gesunde Ernährung und Sport im Alltag einbaust – Caroline Sprott

Geschrieben von Juliana Gutzmann
4 Minuten Lesezeit
Caroline Sprott Sport mit Lipödem

Unsere Gastautorin Caroline Sprott hat seit über zehn Jahren Lipödem in ihren Armen und Beinen. Nach drei Liposuktionen, die leider nicht zu Beschwerdefreiheit führten, hat sie sich dazu entschlossen den Blog  Lipödem Mode zu gründen – für neuen Mut, Kraft und vor allem Selbstbewusstsein! Dort zeigt sie mit ihrem Team und verschiedenen Gastautoren, dass die Diagnose Lipödem kein Ende darstellen muss, sondern die Chance bietet, an ungewöhnlichen Herausforderungen zu wachsen. Caroline ist übrigens auch ein Foodpunk. 😉 Ihre Geschichte kannst du hier lesen.

Caroline’s 3 Top Tipps für gesunde Ernährung und mehr Bewegung im Alltag

In meinem Leben habe ich schon viel abgenommen und bin mindestens genau so viel gescheitert. Aber Scheitern ist viel wichtiger, als du vielleicht denkst. Es ist ein Prozess, den es manchmal braucht, um die Entschiedenheit, den Trotz, aufzubauen, den es zum Durchhalten braucht. Das Durchhalten braucht am meisten Kraft, aber aus Durchhalten wird Routine und Routine bedeutet viel geringerer Energieaufwand. Da wollen wir hin oder? Hier kommen meine Top 3 Tipps, wie es klappen kann:

Tipp Nr. 1: Vor-Kochi-Kochi (oder einfach Meal Prep, klingt aber nicht so lustig)

Wenn man sich nach einer bestimmten Weise ernährt, wie in meinem Fall ketogen, dann braucht es manchmal ein wenig Vorbereitung, um vor lauter Hunger nicht zu etwas greifen zu müssen, obwohl man es nicht will. Ketogene Snacks gibt es durchaus an größeren Bahnhöfen mit kleinen To Go-Supermärkten… aber wenn man schon im Zug sitzt, wird’s haarig!

Meine Top Keto-Snacks für Reisen: Macadamia-Nüsse, Gurke, hartgekochte Eier, Kaminwurzeln (also abgehangene Wurst), Babybel.

Genau so ist es auch mit dem Büro-Alltag. Ich bin hier in der Altstadt Augsburgs gut versorgt, aber man möchte auch nicht andauernd Essen gehen. Also habe ich folgende Vor-Kochi-Kochi-Routine entwickelt: Abends doppelte Portionen kochen, eine Portion für gleich, eine für den nächsten Mittag. Gerne auch im Vorfeld in den Foodpunk-Plan schauen, welche Gerichte sich zum Einfrieren eignen, wenn es zeitlich wirklich gar nicht mit dem Kochen oder gar Einkaufen klappt, oder man krank wird.

Es spart nicht nur Zeit, sondern wirklich pures Geld. So gehst du nicht nur weniger Essen, sondern brauchst auch alle Lebensmittel deutlich leichter auf und hast weniger Reste, die du irgendwie unterbringen musst.

Mealprep Frühstück
Noch mehr Tipps zum Thema Mealprep findet du übrigens in diesem Artikel: Mealprep Tipps à la Foodpunk.

Tipp Nr. 2: Mach dir einen Plan

Der Ernährungsplan von Foodpunk hat mein Leben verändert (lies hier Caroline’s Geschichte) und ohne ihn würde ich schludern. So wird mir jedoch der Zeitaufwand abgenommen, die Woche im Voraus zu planen. Solche Möglichkeiten gibt es auch für den sportlichen Alltag.

Du musst nicht sportlich sein, um einen Einstieg zu finden! Es braucht jedoch irgendeine Verbindlichkeit, um Durchzuhalten, bis sich eine Routine einstellt. Sport muss Spaß machen, sonst ist es reine Folter. Wenn er dir bisher also keinen Spaß gemacht hat, war es bisher nicht die richtige Sportart. Hula Hoop-Reifen, Mini-Trampolin, Yoga, Joggen mit richtig lauter, guter Musik auf den Ohren, Rennrad fahren, … Es gibt wirklich unendlich viele Möglichkeiten, die nur darauf warten, einfach mal ausprobiert zu werden! Um einen Plan zu erstellen, helfen dir feste Termine, die sich abwechseln.

Beispiel:

  • Sonntag: Joggen (Am besten mit einer Trainingsuhr, die dich begleitet und dir auch Herzfrequenzzonen vorgibt. So überanstrengst du dich nicht.)
  • Mittwoch: Yoga (Finde ein Studio, in dem du dich wohlfühlst und keine Scheu hast, dich zu bewegen. Keine Sorge, selbst oder gerade wenn du groß gebaut bist, ist die Anerkennung, dass du dich davon nicht abhältst, dir etwas Gutes zu tun größer, als jeglicher Hohn.)
  • Freitag: Mini-Trampolin Workout (Gibt es auch in Fitnessstudios oder angeleitet auf Onlineplattformen.
Caroline Sprott Sport mit Lipödem
Carolines Tipp: „Um einen Sportplan zu erstellen, helfen dir feste Termine, die sich abwechseln. So schaffst du eine feste Verbindlichkeit, bis regelmäßige Bewegung in deine Routine übergegangen ist.“

Tipp Nr. 3: Höre niemals auf, es zu probieren

Das Lied vom Scheitern habe ich ja schon zu Beginn gepfiffen, aber es gilt auch, sich nicht geschlagen zu geben. Und wenn es 20 Anläufe braucht, ist es dann der 21., der dein Leben verändern könnte. Keine Olympionik:innen, Meister:innen oder Unternehmer:innen sind dort angekommen, weil sie sich geschlagen gegeben haben. Sie sind immer einmal mehr aufgestanden, als sie hinfielen und das ist der Spirit, den es braucht. 

Damit meine ich nicht, dass du gegen jede Wand rennen sollst, die sich dir in den Weg stellt. Es geht vielmehr darum, dass es manchmal etwas mehr Anlauf benötigt oder eben dieser unbändige Trotz, der dich viel weiter springen lässt, als beim ersten Mal.

Wenn du Bock auf diese Herausforderung hast und nicht glücklich damit bist, wie es bisher lief, dann ist JETZT deine Zeit gekommen, deine Löwenmähne zu schütteln und der Welt zu zeigen, dass sie dich besser nicht unterschätzen sollte. Und Du dich selbst erst recht nicht! 

Du möchtest mehr über das Thema Lipödem wissen? Dann stöber doch mal in unseren Artikeln „Lipödem – wenn Fettzellen außer Kontrolle geraten“ oder „Durch ketogene Ernährung das Lipödem lindern“ .

Ernährung ist eine wichtige Säule in der Behandlung eines Lipödems. Zusammen mit Frau Dr. Lossagk von Lipocura haben wir ein Programm entwickelt, durch das Beschwerden wie Schmerzen und Wassereinlagerungen um ein Vielfaches verbessert werden können. Wenn du auch Lust hast, Caroline’s Erfahrung mit der Foodpunk Ernährung auszuprobieren findest du hier weitere Informationen über das Foodpunk Lipödem-Programm.

Autorin: Caroline Sprott

Bildquelle: Instagram @powersprotte

Der Artikel wurde geschrieben von

Juliana Gutzmann

Juliana ist die Autorin dieses Artikels. Sie hat nach ihrem Pharmaziestudium in Münster und Regensburg an der AMD München Journalismus und Medienkommunikation studiert und ihren Bachelor in Fashion Management & Communication an der ECBM erfolgreich abgeschlossen. Nachdem sie ein Jahr beim SHAPE Magazin gearbeitet hat, wurde sie Teil des Foodpunk-Teams, wo sie nun die Science-Redaktion leitet.

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