Ernährung bei Histamin-Intoleranz

Geschrieben von Juliana Gutzmann
20 Minuten Lesezeit
14. Mai 2021 zuletzt aktualisiert am 27. September 2026 von Kimberly Werner
Gefüllte Paprikaschoten auf Brokkoli-Reis, angerichtet auf einer Schieferplatte
Geburtstagspreis 50 € gespart auf 12 Monate, dein Preis gilt dauerhaft. Endet in Zur Aktion

Du hast dir einen leckeren Tomatensalat mit Fisch gegönnt – dazu ein paar Gläser Wein – und hast danach Bauchschmerzen, Herzrasen oder einen juckenden Hautausschlag mit Quaddelbildung? „Nicht schon wieder!“ denkst du, denn das passiert dir häufiger. Möglicherweise leidest du an einer Histamin-Intoleranz. In diesem Beitrag erklären wir dir, worauf du bei deiner Ernährung mit Diagnose Histamin-Intoleranz achten solltest.

Inhaltsverzeichnis

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    1. Was versteht man unter einer Histamin-Intoleranz?

    Eine Histamin-Intoleranz (HIT) wird auch Histaminunverträglichkeit oder Histaminose genannt. Menschen, die an HIT leiden, vertragen kein Histamin oder andere biogene Amine (z.B. Serotonin, Tyramin oder Phenylethylamin). Symptome treten auf, wenn ein Ungleichgewicht zwischen der Histaminaufnahme, der Histaminproduktion und dem Histaminabbau besteht, der Körper also z.B. nicht mehr genug DAO (Diaminoxidase) produziert oder man durch Nahrungsmittel so viel Histamin zuführt, dass das System den Abbau nicht mehr schafft. Dabei hat jeder Mensch eine andere Toleranzschwelle. Ein Wert zwischen 0,3 und 1,0 Nanogramm pro Milliliter wird als normal angesehen. Es kann aber auch schon bei niedrigeren oder erst bei höheren Werten zu Beschwerden kommen. Je weiter das Histaminlevel steigt, desto schwerer werden die Symptome.

    Diese ähneln oft denen anderer Erkrankungen. Dabei geht das Spektrum von Verdauungsbeschwerden bis hin zu Atembeschwerden. Außerdem kann es vermehrt zu Müdigkeit oder Erschöpfung kommen. Oft kann aber auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinterstecken, wie z.B. Fruktosemalabsorption. Symptome, die bei Ausschluss von anderen Unverträglichkeiten oder Allergien Indizien für eine Histamin-Intoleranz sein können, sind z.B.:

    • Völlegefühl
    • Durchfall
    • Regelschmerzen
    • Kopfschmerzen/Migräne
    • Hautreaktionen (Quaddeln und Schwellungen)
    • Atemnot/ Asthmaähnliche Beschwerden durch Verengung der Bronchien
    • Kreislaufbeschwerden
    • Verstopfte Nase
    • Bauchkrämpfe
    • erhöhte Magensäure-Bildung

    Du willst mehr erfahren? Dann schau dir unseren ausführlichen Artikel zur Histamin-Intoleranz an.

    2. Worauf sollte ich bei einer Ernährung mit Histamin-Intoleranz achten?

    Bei der Diagnose Histamin-Intoleranz ist es zuerst wichtig, sich durch die Liste der „verbotenen Lebensmittel“ nicht entmutigen zu lassen. Stattdessen sollte man sich darauf konzentrieren, welche Lebensmittel man noch uneingeschränkt zu sich nehmen darf. Da jede Histamin-Intoleranz anders ausgeprägt ist, kann man außerdem durch eine Eliminationsdiät feststellen, welche Lebensmittel individuell verträglich sind – obwohl sie auf der „Verbotsliste“ stehen. In jedem Fall ist auch mit Histamin-Intoleranz eine leckere und gesunde Ernährung möglich.

    Die Devise lautet: Je frischer desto besser! Der Grund dafür ist, dass der Histamingehalt sich ändern kann, wenn ein Lebensmittel nachreift. Je reifer und älter ein Lebensmittel ist, desto mehr Histamin ist also enthalten. Ein Beispiel: Fangfrischer Fisch ist histaminarm – wird er nicht gekühlt, steigt sein Histamingehalt an. Auch Gemüse und Fleisch ist (mit wenigen Ausnahmen) in seiner ursprünglichen Form meist histaminarm. Durch Einlegen (Konservierung), Gärung, Fermentation oder längere Lagerung kann es sich aber zu regelrechten „Histaminbomben“ entwickeln. Je frischer man etwas isst, desto besser bekömmlich ist es daher für Menschen mit Histamin-Intoleranz. Die Lebensmittel sollten außerdem frei von Geschmacksverstärkern (Glutamat E 620-625) sein, da diese den Abbau von Histamin im Körper behindern. In diesem Zuge sollte man auch auf Hefe und Hefeextrakt sowie sonstige Geschmacksverstärker, Brühe, Chili und andere scharfe Gewürze, Essig (auch Balsamico und Weinessig) oder Sojasauce verzichten.

    Auch die Art der Zubereitung hat einen Einfluss auf den Histamingehalt des Gerichts. Am Besten ist es, Lebensmittel direkt aus dem Kühlschrank zu verwerten und nicht auf Zimmertemperatur zu erwärmen. Fisch- und Fleischgerichte sollten nicht erneut erwärmt werden (ob in der Mikrowelle oder im Ofen spielt dabei keine Rolle).

    Dein Plan, auf dich gerechnet
    Lass dir deinen Ernährungsplan berechnen
    Ein paar Fragen zu dir, deinem Ziel und deinem Alltag. Danach rechnet die Foodpunk-App deinen Plan, mit Rezepten und Einkaufsliste für jeden Tag.
    Auf dich gerechnetRezepte und EinkaufslisteUnverträglichkeiten werden berücksichtigt
    Plan erstellen
    Histaminintoleranz_Lachsfilet im Backpapier
    Lachs-Spargel Päckchen aus der Foodpunk App – histaminarm und einfach nur köstlich!

    3. Lebensmittel bei einer Histamin-Intoleranz

    Histaminintoleranz_Granola mit Blaubeeren in Müslischüssel
    Der Bienenstich-Pudding mit Heidelbeeren aus der Foodpunk App kann auch bei Histamin-Intoleranz genossen werden – so ein Glück!

    4. Histamin-Intoleranz und ketogene Ernährung

    Darf ich mich trotz Histamin-Intoleranz ketogen ernähren?

    Ja, du kannst dich auch mit einer Histamin-Intoleranz ketogen ernähren. Unter der ketogenen Ernährung versteht man eine Ernährung mit dem Ziel Ketonkörper zu bilden. Dies wird durch eine gezielte Auswahl an Zutaten nach dem Motto “Low Carb, aber High Fat” erreicht. Bei Ketonkörpern handelt es sich um spezielle Moleküle, die in der Leber aus Fettsäuren entstehen und unserem Körper Energie bereitstellen. Eine Ketose  entsteht dann, wenn im Blut eine erhöhte Anzahl an Ketonkörpern vorhanden ist. Dabei handelt es sich um einen gesteigerten Fettverbrennungszustand. 

    Bei Forschungsarbeiten über die Auswirkung von Fetten auf die Ausschüttung von Histamin aus Mastzellen, wurde bewiesen, dass manche Fette zu einer vermehrten Histaminausschüttung führen – andere kaum oder gar nicht. Man kann sozusagen zwischen „geeigneten“ und „ungeeigneten“ Fetten unterscheiden. Bei ungeeigneten Fetten handelt es sich um alle mehrfach ungesättigten Fettsäuren und bei den geeigneten um einfach ungesättigte oder gesättigte Fettsäuren. Letztere sind genau die Fettsäuren, die bei ketogener Ernährung empfohlen werden. Zusätzlicher Pluspunkt: Ketogene Ernährung kann positive Auswirkungen auf die Darmflora haben. Sie bildet daraufhin vermehrt Enzyme –  z.B. das Enzym Diaminoxidase: Das Enzym, das Histamin im Körper abbaut.

    Doch Achtung, hier muss man genau hinschauen! Nur weil ein Nahrungsmittel zu einer geringen bis gar keiner Histaminausschüttung führt, kann es trotzdem viel Histamin beinhalten. Fisch enthält z.B. geeignete Fettsäuren, doch einige Fischarten enthalten von Natur aus viel Histamin und sind deshalb für Menschen mit Histamin-Intoleranz nicht geeignet. 

    Wie setze ich die ketogene Ernährung mit Histamin-Intoleranz um?

    Zusätzlich zu den oben genannten empfohlenen Lebensmitteln hier noch einige Tipps, wie die ketogene Ernährung mit Histamin-Intoleranz umgesetzt werden kann.

    1. Bereite dein Essen möglichst frisch und mit frischen Zutaten zu.
    2. Esse Fleisch und Fisch möglichst frisch
    3. Vermeide Nahrungsmittel aus Konserven.
    4. Vermeide Lebensmittel, die länger haltbar gemacht wurden.
    5. Achte auf die Zufuhr von Vitamin C, Zink und Kupfer – sie sind wichtig für den Abbau des Histamins.
    6. Achte auf die Zufuhr von Vitamin D – es ist wichtig für eine intakte Darmflora.

    Von den, für die Ketose wichtigen, Fetten empfehlen wir:

    • Butter
    • Butterschmalz 
    • Kokosfett
    • Natives Olivenöl
    • Avocadoöl
    • Sesamöl

    Weitere Nahrungsmittel, die sowohl für eine ketogene Ernährung wie auch bei einer Histamin-Intoleranz geeignet sind:

    Wie du siehst, ist es auch mit der Diagnose Histamin-Intoleranz möglich, einen abwechslungsreichen Speiseplan voller Köstlichkeiten zu kreieren. Wenn du jetzt richtig Lust auf leckere Gerichte und vielleicht sogar Interesse an einer ketogenen Ernährung bekommen hast, dann lass dir von unseren Ernährungsexperten einen individuellen Ernährungsplan erstellen – Symptome minimiert, Genuss garantiert!

    Erreiche deine Ziele mit deinem personalisierten Ernährungsplan

    Du willst endlich Veränderungen sehen? Mit Foodpunk bekommst du einen maßgeschneiderten Ernährungsplan, der sich nach dir richtet – deiner Gesundheit, deinen Vorlieben und deinem Alltag.

    • Von Ernährungswissenschaftlern entwickelt – wissenschaftlich basiert
    • Persönliche Betreuung & deutscher Support – Experten an deiner Seite
    • Einfache Handhabung – intuitive App oder Webanwendung
    • Flexibel & alltagstauglich – abwechslungsreiche, saisonale Rezepte

    Wähle deine Laufzeit & starte jetzt:

    Geburtstagsaktion
    12 Monate für 79,99 € statt 129,99 €
    Dein Preis wird nicht automatisch angehoben.
    Persönliches Ernährungsprogramm
    12 Monate Mitgliedschaft
    jährlich kündbar
    50 € gespart
    79,99 €
    129,99 €
    pro Jahr
    Persönliches Ernährungsprogramm
    6 Monate Mitgliedschaft
    alle 6 Monate kündbar
    30 € gespart
    69,99 €
    99,99 €
    pro 6 Monate
    Persönliches Ernährungsprogramm
    3 Monate Mitgliedschaft
    alle 3 Monate kündbar
    10 € gespart
    49,99 €
    59,99 €
    pro 3 Monate

    Bleibe immer auf dem Laufenden mit unserem Newsletter

    Der Artikel wurde geschrieben von

    Juliana Gutzmann

    Juliana ist die Autorin dieses Artikels. Sie hat nach ihrem Pharmaziestudium in Münster und Regensburg an der AMD München Journalismus und Medienkommunikation studiert und ihren Bachelor in Fashion Management & Communication an der ECBM erfolgreich abgeschlossen. Nachdem sie ein Jahr beim SHAPE Magazin gearbeitet hat, wurde sie Teil des Foodpunk-Teams, wo sie von September 2020 bis Dezember 2023 die Science-Redaktion geleitet hat.

    Ähnliche Beiträge von Foodpunk

    Die Zellen unseres Immunsystems
    22 Minuten Lesezeit

    Antientzündliche Wirkung einer ketogenen Ernährung

    In mehreren unserer Artikel sprechen wir von der antientzündlichen Wirkung der Keto Ernährung, hier erfährst du wie es zu dieser Wirkung kommt.

    Laktoseintoleranz: Mythen und Irrtümer
    18 Minuten Lesezeit

    Laktoseintoleranz: Mythen und Irrtümer

    Um die häufigste Nahrungsmittelunverträglichkeit der Welt ranken sich viele Mythen und Halbwahrheiten. Wir haben sie einmal genauer unter die Lupe genommen und klären auf.

    ketogene Diät
    38 Minuten Lesezeit

    10 Gründe für die ketogene Diät

    Weniger Heißhunger, bessere Haut, besserer Schlaf. Die wichtigsten Gründe für die ketogene Diät und die perfekte Anleitung für den Start.

    ChatGPT Image 29. Juli 2026 08 01 55
    19 Minuten Lesezeit

    Die 10 besten Foodpunk Saison Rezepte im Juli

    Entdecke 10 köstliche, sommerliche, saisonale Rezepte aus deiner Foodpunk Küche für die heißen Temperaturen!

    So senkst du deinen Cortisol Spiegel
    14 Minuten Lesezeit

    Cortisol senken – 10 effektive Tipps

    Die meisten von uns haben einen recht stressigen Alltag. Weil zu viele Anspannungsphasen zu wenigen Entspannungsphasen gegenüberstehen, ist die Cortisol-Ausschüttung oft am Anschlag und die Nebennieren werden überstrapaziert.

    Ernährung bei Gicht: 7 praktische Tipps
    21 Minuten Lesezeit

    Gicht Ernährung: 7 praktische Tipps

    Bei Gicht verursachen mikroskopisch kleine Kristalle in den Gelenken schmerzhafte Entzündungen. Mit diesen 7 Ernährungstipps ist Linderung in Sicht.

    Fettleber_Titelbild
    43 Minuten Lesezeit

    Fettleber vorbeugen mit der richtigen Ernährung

    Die Leber ist unser wichtigstes Stoffwechselorgan. Doch was, wenn sie verfettet? Was ist eine Fettleber denn überhaupt? Wie entsteht sie? Und das Wichtigste: Wie kann ich ihr vorbeugen? Das alles erfährst du in diesem Artikel!

    Drei junge Frauen stehen lachend beieinander
    23 Minuten Lesezeit

    Hashimoto – die häufigste Form der Schilddrüsenunterfunktion

    Hashimoto: Eine Autoimmunerkrankung, die etwa jede neunte Frau in Deutschland betrifft. Unser Körper greift dabei die eigene Schilddrüse an und bringt unseren Hormonhaushalt ins Wanken. Wie kannst du deine Schilddrüse bei Hashimoto unterstützen?

    Der Koffein-Detox in deinem Ernährungsprogramm von Foodpunk
    19 Minuten Lesezeit

    Warum man sich ab und zu einen Koffein-Detox gönnen sollte

    Bist du auch ein #Coffeeholic? Wir zeigen dir die Vor- und Nachteile von Kaffee und erklären, warum es Sinn macht, sich ab und zu einen Koffein-Detox zu gönnen.